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Mittwoch, 8. September 2010

Furzende Hunde und
lächelnde Schweine

Hausarbeitstage sind keine Herrentage. Umso erfreulicher für den werten Leser, er profitiert von meiner Prä-Finalisierungs-Prokrastination und wird heute mit neuen Schildern beglückt. Ich danke Stephan, Sarah und Irina für das neue Bildmaterial. Couchsurfen, mitfahren und wohnen kann einem interessante Bekanntschaften bescheren, die dann immer liebenswerterweise an die gute alte Schildernärrin denken...

Furzen für Hunde verboten!
gesehen in Helsinki
Tautologisch oder redundant?
gesehen in Heidelberg
Achtungsschild Nr. 1: sehr anschauliche und emotionale Warnung
Achtungsschild Nr. 2: Ebenfalls ziemlich anschaulich.
Möchte man ja auch nicht, dass sich einem
so eine Nadelbaumsperrspitze direkt in den Kopf rammt.

Und mein Lieblings-Achtungsschild, gesehen in Jena.
Achtung Spaziergänger mit ihren gut gelaunten Wildschweinen!

separate washroom for umbrellas and people in burqa

Wir erinnern uns an meine winzige und lange zurückliegende Sammlung von Toilettenschildern... Also DAS HIER ist eine Sammlung, eine kritische sogar:


Viel Spaß beim Schnöckern!

Mittwoch, 1. September 2010

Ich bin bereit Prügel zu beziehen, damit die Wahrheit ans
Licht kommt.

Wenn ich hier jetzt schreibe, was die großartigste Zeichentrickserie aller Zeiten ist, werde ich morgen von der Nerd-Patrouille verprügelt, weil die Meinungen darüber zu stark auseinandergehen. Natürlich wäre das, was ich schriebe, keine bloße Meinung sondern pure Wahrheit, aber egal... Auf eine Person können sich eigentlich alle Nerds einigen und um diese Person soll es heute gehen. Ich finde, das Portrait eines Stimmkünstlers könnte an keiner Stelle besser aufgehoben sein, als in einem Popkultur-Musik-Sprach-Blog! Ich meine, warum gibt es so erbitterte Streitgespräche darüber, ob man Southpark, The Simpsons oder auch SpongeBob auf Englisch oder auf Deutsch gucken sollte? Ich bin da eher von der Hardcore-Englisch-Fraktion, das liegt vor allem an einem Mann: Billy West. Er spricht seine Figuren nicht, er lebt sie. Sein Lieblingscharakter ist mein Lieblingscharakter. Er ist 58 Jahre, trägt Klamotten, die die Beastie Boys früher getragen haben und sieht damit trotzdem nicht peinlich aus. Im folgenden Video beantwortet Billy West übrigens selbst, welches die beste Trickfilmserie aller Zeiten ist, mit quantitativen Mitteln, zählt mal mit!


Hail this guy, man!

Ich glaube, dass Billy West einen der coolsten Berufe des Planeten hat. Warum wollen immer alle Schauspieler werden, oder Musiker? Nur wegen der Groupies? Come on! Voice Artist, klingt doch super und sieht auf jeder Visitenkarte seriöser aus als "Lebenskünstler" oder "douchebag". Ich kann Euch also nur ermuntern, mit Eurer Stimme zu experimentieren und das kreative Potential auszuloten. Ich werde weiterhin meine Helge-Schneider-Imitations-Fähigkeiten ausbauen. Who do you sound like?

Mittwoch, 16. Juni 2010

the ultimate laziness


In Heidelberg gesichtet - in der Welt zu Hause.

Dalam Bahasa Indonesia: Paulpelz atau Paulfels...

Piele preundliche Grüße pon Eurer Miss Faula

Freitag, 11. Juni 2010

WTF

Katharina weiß um meine Liebe zu Schildern. Sie hat dieses Prachtexemplar für mich fotographiert. Stellt sich nur noch die Frage, was es zu bedeuten hat.

Zwiebeln pflanzen verboten?
Ein Döner ohne Zwiebeln, Alter!
Menschen mit Zwiebelatem müssen leider draußen bleiben!
Zwiebologen ist der Zutritt auf das Betriebsgelände strengstens verboten!

Vorschläge bitte an dinkula.zwiebel@gmx.de oder einfach ins Blog schreiben.

Mittwoch, 31. März 2010

Das Parlament tritt auf eine Vorlage ein.

Well, well, well... Urlaub fast beendet, "vorlesungsfreie Zeit" (aka Semesterferien) fast vorbei, Ostern vor der Tür und hier tut sich nix. Momentan überwiegen schlichtweg die Schweiz-Eindrücke vor den Hamburg-Eindrücken. Hamburg muss also mal kurz warten. Denn schließlich galt es soeben eine Busse wegen Trunkenheit auf dem Velo abzuleisten. Wer sich jetzt über die Busse wundert, der sei daran erinnert, dass das Schweizer Alphabet auf das Eszett (Wer zum Teufel schreibt einen "exzellenten Artikel" über das Eszett bei Wikipedia? Ich habe ihn natürlich von Anfang bis Ende durchgelesen und auf Richtigkeit überprüft, bevor ich ihn hier verlinkt habe.) zu verzichten und es auch noch statt Eszett Doppel-S zu nennen pflegt. Natürlich sorgt das bei Schweiz-Unkundigen für Gelächter, wenn man so etwas in der Schweizer Gratiszeitung 20minuten liest (Ein Dankeschön an Anni für die Fötelis!):


Wo kann man in diese Ess-Busse einsteigen? Darf man sich das so vorstellen wie Zug fahren in der 3. Klasse in Thailand oder Bus fahren in Indonesien? Ab und an kommt ein verhutzeltes Weibchen vorbei und schreit "Pop Mie, Pop Mie, Pop Mie, Pop Mie..." und alle Deutschen müssen glucksen vor Lachen? (Oh mein Gott, ich habe gerade einen Homer-Simpson-Donuts-Moment und der Speichel sammelt sich, wenn ich an die Vollverpflegung im südostasiatischen Transportwesen denke...)

Aber nein, es ist ja die standarddeutsche Buße gemeint. Und die galt es also abzuleisten, dafür dass ich einst blau-grün-kariert war. Strafe muss sein, dachte sich die Schweiz. Wirklich linguistisch interessant wird der Unterschied vom Standarddeutsch zum Schweizer Hochdeutsch allerdings, wenn es ums Schilder beschriften geht. Und wie meine treue Fangemeide weiß, bin ich ein großer Fan von Schildern und habe noch gefühlte 20 GB mit abfotographierten Schildern auf meiner Festplatte, die nur darauf warten, bei passender Gelegenheit veröffentlicht zu werden. Nun habe ich gerade einen dieser Momente kunstvoll vorbereitet - et voilà:

Der Klassiker aus Basel

Vor allem die lexikalischen Besonderheiten fallen auf und sorgen ab und an für Verwirrung. Es kann zum Beispiel zu folgendem Dialog zwischen einem Schweizer und einem Nicht-Schweizer kommen  (So ähnlich erst kürzlich erlebt, glücklicherweise war eine Kulturvermittlerin dabei...):


⌐ch: Habt ihr irgendwo eine Pfanne?
  ch: Hier, bitte schön.
⌐ch: Nein, eine Pfanne.
  ch: Das ist doch eine Pfanne.
⌐ch: Nein, das ist ein Topf.
  ch: Nein, das ist eine Pfanne.
⌐ch: Nein, das ist ein Topf.
  ch: Nein, das ist eine Pfanne.
⌐ch: Nein, das ist ein Topf.
  ch: Nein, das ist eine Pfanne.
⌐ch: Nein, das ist ein Topf.
  ch: (denkt) Wenn die noch einmal sagt, die Pfanne wäre ein Topf, dann gehe ich heute Nacht um 4:21 Uhr mit einem Messer auf sie los.

Die Lexikwunder brauche ich aber an dieser Stelle gar nicht alle aufzulisten, das wurde bereits an anderer Stelle ausführlich gemacht. Ich möchte mir nur noch eine kleine Bemerkung erlauben und die betrifft die Umständlichkeit, mit der die Schweizer Verbote zu erteilen belieben. Ich gebe mal ein Beispiel, Pias Lieblingsbeispiel:


Täten es nicht auch diese charmanten Piktogramme, die ich, da ich gerade im RMV-Einzugsgebiet weile, demselbigen entliehen habe?


Wer weiß. Volkskundler bitte vortreten! Ich möchte noch einmal hervorheben, dass ich die Schweizer nicht blamen möchte (Gibt es ein an dieser Stelle angemessenes deutsches Wort dafür, oder gehe ich recht in der Annahme, dass ich es mir nicht ohne Grund zur Angewohnheit gemacht habe, es hier und da dem Englischen zu entwenden?), da ich bisher ausschließlich nette Erfahrungen mit ihnen gemacht habe. Geliebtes Besser-Deutschland... Aber dieser Post ist meine persönliche Rache für den 10 Jahre überdauernden Eintrag im Vorstrafenregister, den ich in einem 1/4 Jahr von der lieben Schweiz bekommen werde, weil ich trunken velorierte...

In diesem Sinne: Bleibt weg von offenen Fenstern, versucht erst gar nicht, in der Schweiz zu trampen und hati hati: Bissiges Parlament!

p.s.: Ich habe jetzt schon von mehreren Kommentarzurückhaltern erfahren, meist senden sie mir die Kommentare dann klammheimlich persönlich per Mail. 'S doch schad' drum! Traut Euch doch, aus'm Bauch heraus was zu schreiben. Das ist ja hier kein Hörsaal mit 300 besserwisserischen Studenten sondern eine Meinungsaustauschungsmaschine.

Freitag, 12. März 2010

Auch Hackepeter wird...

Wer den Bremer Sprachblog oder mich auf Facebook kennt, kennt auch dieses Bild vom Flughafen in Bergen/Norwegen: 
                                   
Ich habe mich damals wie Bolle jefreut und gedacht "Ha, wie lustig! Wie einzigartig!" Aber Pustekuchen. Es gibt einige lustige "Tabuschilder". Ich würde Euch gerne an dieser Stelle meine Funde präsentieren. Wer mein Basel-Blog gelesen hat, weiß ja auch, dass ich eine übergroße Schwäche für Schilder habe... Und dann auch noch Kloschilder - wie toll!!!

Ob das in echt wohl auch blinkt?

Obwohl es sich um ein Piktogramm handelt, finde ich es irgendwie eklig. Sagt uns das nicht einiges über Repräsentation, Referenz, Weltwissen und Spiegelneuronen? Ich hab beim Einführungskurs in der Semantik/Semiotik nicht so gut aufgepasst... Sebastian?

Erinnert an das Beispiel von Anatol Stefanowitsch. Irgendwie niedlich.

Ab hier wird es schräg. Das Tabu wird also entschärft, indem Tiere als Repräsentanten genommen werden... Interessant. Ethnologen und Volkskundler bitte vortreten!

Und dieses vermutlich in Thailand (siehe Schrift im Hintergrund) aufgenommene Beispiel kommt fast schon mit dialektischer Wirkmächtigkeit daher. Musste ich irgendwie an Kurt Krömers Hackepeter-Spruch denken.

Das hier gefällt mir auch, weil ich mich immer schon gefragt habe, wie man Strichmännchen ein Geschlecht geben kann und die Varianten mit Rock und ohne Rock finde ich nicht besonders zeitgemäß und originell.

 
Ganz zum Schluss noch ein von Juli und mir im realen Leben selbstgefundenes Beispiel für ein herziges Kloschild, übrigens im schönen Basel. Julis Kommentar: "Ich fotographiere Paula beim Schweinkram fotographieren." Wenn das mal nicht die Metaebene höchstpersönlich ist...

Donnerstag, 11. März 2010

So spricht die Welt in Schildern...

Fand ich ja ziemlich witzig, aber vielleicht bin ich auch die einzige, die sich noch ans analoge Zeitalter erinnert ;)

Nur Mut!

Toll, jetzt hab ich mir wieder zu viel Mühe gegeben und alle anderen sind eingeschüchtert. So wollte ich das aber ganz und gar nicht haben! Oder habt Ihr etwa wirklich auch noch was Wichtiges zu tun ;) Jedenfalls will ich an dieser Stelle anmerken, dass im Blog natürlich nicht nur Beiträge mit hehren Ansprüchen und sprachlicher Raffinesse gepostet werden dürfen, sondern auch Links, Tipps, kurze Notizen. Blog heißt doch Spielwiese. Bei Spielwiese denke ich an Blogwiese, einen amüsanten Schweiz-Deutschland-Kontrastiv-Blog. Und da habe ich neulich einen wirklich zum Schreien komischen Post gelesen: "Über die sprachliche Kreativität in militärischen Kreisen"

Ich darf mal kurz Herr Wieses Auswahl zitieren:

Ackerschnacker: Feldtelefon (Reichweite reicht knapp über den „Acker“, ca. 1,8 km)

Biwak: Bezeichnung für Übung mit Aufenthalt und Übernachtung auf einem Truppenübungsplatz, meist im Zelt, scherzhaft deshalb auch Bundeswehr im Wald außer Kontrolle oder auch Besonders im Winter arschkalt

Bilder stellen: Das Vortäuschen von Aktivität, wenn eine Führungsperson eintrifft, um das Fehlen einer Aufgabe zu vertuschen

Boden-Luft-Verbindungsoffizier: Militärpfarrer

Bumsknochen: Gewehr

Büchsenöffner: Panzerfaust

EPA: Abgeleitet von „Einmann-Packung“; Bezeichnung für Verpflegungspaket aus stark konservierten Lebensmitteln, die angeblich bis zu 100 Jahre haltbar sein sollen. Scherzhaft genannt Erbrochenes Pikant Aufbereitet, da der Inhalt eines EPA aufgrund des oft als sehr schlecht empfundenen Geschmacks mit Erbrochenem verglichen wird.

Kampferdbeere: Soldat, der im Feld zur sonst perfekten Tarnung das rote Barett trägt.

Legogewehr: Scherzhafte Bezeichnung für das Sturmgewehr G36, da es bis auf Lauf, Verschluss, Federn und einige Kleinteile völlig aus Kunststoffen gefertigt ist (siehe auch Tupperteil, Plastepengpeng).

Stetten am kalten Arsch: Albkaserne bei Stetten am kalten Markt auf der schwäbischen Alb. Gerüchteweise ist dort im Sommer mal eine Ziege erfroren. Ironischerweise auch „Stetten am karibischen Meer“ genannt.

ZMAS: Befehl, Kurzform für „Zu mir, aber schnell!“

ZMZZ: Befehl, Kurzform für „Zu mir, Ziemlich zügig!“

ZMZZSPMDA: Befehl, Kurzform für „Zu mir, ziemlich zügig, sonst platzt mir der Arsch!“

(Quelle: Wikipedia)

Tja, diese phantastische Liste sollte ab und an durchforstet und die gefundenen Perlen hier gepostet werden, wenn Ihr mich fragt... Sehr lohnend ist übrigens der Abschnitt über die NVA!