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Sonntag, 17. Oktober 2010

They shoot horses, don't they? Per Anhalter durchs Netz (Serie, Teil 29)

Die Band dieser Woche kam auf einem selbstgemachten Mixtape zu mir. Die allerschönste Art, Musik zu entdecken. Mange tak, min ven! Toronto music scene on it's best, kanadischer Indie Folk-Rock wie ick's mag! Apostle of Hustle: Andrew Whiteman verbirgt sich hinter dem Projekt. Umtriebig der Mann, mit Feist und Gogol Bordello auf Tour, Instrumente auf Kuba gelernt, eine Vorliebe für Rimbaud...

Apostle of Hustle - Cheap like Sebastian

Sonntag, 12. September 2010

Es ist leicht: Per Anhalter durchs Netz (Serie, Teil 24)

Ich habe mir Zeit gelassen seit dem letzten Musik-Post. Ich brauche manchmal ein bisschen Zeit, bis mir etwas Neues, Erwähnenswertes über den Weg läuft. Aber nun ist es soweit. Und wenn es soweit ist, ist alles ganz leicht. Unnötig, sich weiter den Kopf zu zerbrechen. Unsinnig, zu viel zu antizipieren. Oder zu wenig. Ungläubiges Staunen. Ununterbrochenes Lächeln. Deeply in love with Bon Iver. Justin Vernon ist Kanadier, natürlich. Da kommt schließlich die gute Musik her... Muss am Land liegen.
Bon Iver - Skinny Love

Dank an David fürs Empfehlen. Ich sagte ja bereits: Wohnen lohnt sich ;)



Nachtrag: Entschuldigung, Irina, dass ich Deinen Tipp nicht wahrgenommen habe und an dieser Stelle trotzdem danke dafür!
Du weißt doch, ich bin eher ein visueller Typ. Also leg mir beim nächsten Mal einen Zettel hin ;) Schmutzimutzi für Lieblingsmitbewohnerin, die mir derbe fehlt!

Sonntag, 18. April 2010

Ohrwurmalarm: Per Anhalter durchs Netz (Serie, Teil 7)

Am liebsten würde ich wieder einen Song von Emily empfehlen, meine Emily-Phase ist noch lange nicht vorbei!! Zum Glück gibt es ein neues Album. Ich würde auch gerne etwas über eine andere Frau aus dieser Liga posten, weil mir die gute Leslie heute (zusammen mit einem sehr schönen Gefühl und einem Lächeln  im Kopf - danke dafür und fürs mit Emily bekannt machen!) den eigentlich furchtbaren Tag gerettet hat. Allerdings kennt wohl jeder der verehrten Blogverfolger die Kanadierin schon lange, lange beim Vornamen. Also musste ich mir was anderes überlegen und bin bei einer Band gelandet, die zwar nicht zu diesem Sonntag passt (momentan ist Akustik-Musik-Zeit), aber ziemlich fetzt. Ich danke dem geschätzen Empfehler (dem ich das weiterempfehlen versprochen hatte, was ich hiermit einlöse) und präsentiere einen absoluten Ohrwurm:


Beat! Beat! Beat! - Fireworks
 
Um Verwirrung zu vermeiden, kläre ich gleich auf: Mit dem Bandnamen ist  nicht der Schweizer Vorname gemeint ;) Genug gekalauert. Ich finde, den Jungs merkt man gar nicht an, dass sie nicht von der Insel kommen! Sie kommen vielmehr vom Niederrhein. Auch daher muss gute Musik kommen. Nicht immer nur aus  Basel, Hamburg und Berlin!! Wie ich heute beim Frühstück gelernt habe, kommt zuweilen sogar sehr schlechte Musik aus Berlin. Fragt mich bei Gelegenheit danach, ist eine sehr lustige Geschichte. Kurz und knackig verabschiede ich mich in einen Traum von Kambodscha. Allnä ä guets Nächtle!

Konzerttermineregisterauszug:

08.05.2010: Leipzig
21.05.2010: München
27.05.2010: Hamburg


Ja, ich finde es völlig ok, mit Fotos von nackten Musikern die Aufmerksamkeit meiner Leser zu erregen. Das ist nur fair, bei den Damen geht es ja fast nicht ohne nackedness. That's business! Außerdem haben sie das Foto selbst bei MySpace reingestellt. Insofern denke ich, geht das klar.

Sonntag, 11. April 2010

Dylan als Frau: Per Anhalter durchs Netz (Serie, Teil 6)

Oh nein! Es ist Sonntag, fast hätte ich meine Lieblingsrubrik vergessen. Ok, heute stand mein Umzug auf dem Programm, aber das ist ja keine Entschuldigung: Über Musik muss berichtet werden! Vor allem weil ich in dieser Woche musikalisch so dermaßen monogam gelebt habe, wie ich es normalerweise nur in Bezug auf Neil und Bob zu tun pflege. Bob ist ein gutes Stichwort. Der war ja mal Folksinger, bis er keine Lust mehr darauf hatte und sich einen anderen Spielplatz gesucht hat. Folk und in ihrer schlichten Schönheit sehr dylanhafte Musik macht auch diese Frau:

Emily Jane White

Musik-Kritiker nennen das Phänomen Dark Folk. Ich bin dafür, dass wir keinen Maschendrahtzaun um unseren Musikgeschmack spannen, sondern uns der Musik hingeben. Mich stimmt sie nämlich nicht dunkeltraurig-düsterschwarz, also nenne ich es auch nicht Dark Folk. Aber das soll jeder handhaben, wie er will. Bei mir kann jeder machen, was er will.

Nachdem ich das Album Dark Undercoat gefühlt hunderttausend-millionenmal gehört habe, fällt es mir natürlich schwer, DEN Song heraus zu suchen, mit dem ich Euch an die wundervolle Emily heranführen kann. Ich habe mich für Time on your side entschieden, weil es der allererste Song war, den ich von ihr gehört habe, wie mir mittlerweile wieder eingefallen ist...


Emily Jane White - Time on your side
 
Bei dem Titel hatte ich natürlich an den gleichnamigen Stones-Song denken müssen. Nichts gegen Mick und Keith, das sind auch schöne Frauen, aber Emilys Auslotung dieser Phrase, ist wesentlich poetischer und philosophisch-gehaltvoller. Schließlich bewegen wir uns hier auf dem schmalen Grat zwischen φ, [ˈʃpʀaːχə], ♪♪ und dem, was "das Leben" genannt wird.
Not much to do when you've got time on your side, you sit and think about your wasted life. I try to move, change things through and through.
Ab und an sollte man zurückblicken, einen Song auf repeat stellen, die Zeit für sich arbeiten lassen und sich bewegen. Ab und an hilft es, die eigene Unrast zu verlieren und im Gegenzug festen Boden unter den Füßen zu gewinnen. Ab und an sollte man sich weit weg träumen. Ab und an sieht man bei geschlossenen Augen die ganze Welt vor sich liegen. Ab und an betrachtet man die eigenen Hände und bemerkt, dass man älter geworden ist. Ab und an begreift man, dass es genau darum geht, dass das Leben genau daraus besteht: älter werden. Ab und an versteht man, dass man Momente nicht festhalten kann. Ab und an schimmert die Kontingenz des Lebens durch den Stoff des Alltags. Ab und an sollte man sich frei machen und nackt in einen See springen. Ab und an muss man ausziehen, weil Ameisen bei einem wohnen. Oder Igel. Ab und an gesteht man sich ein, dass man Freunde von früher verloren hat und trauert ihnen noch eine Weile nach wie einer verlorenen Liebe. Ab und an reißt der Strom der neuen Leute, die man kennen lernt, nicht ab und man vergisst, wem man was erzählt hat. Ab und an ist man vier Abende in Folge betrunken. Ab und an fühlt man Musik ganz tief im Herzen. Ab und an hat man einen Satz im Kopf. Ab und an hat man eine Idee. Ab und an sollte man die Zeit anhalten können. Ab und an weiß man, dass Freiheit ein Kontinuum ist und dass die Liebe ein Loch in die Freiheit reißt...